Light-Getränke: eine bessere Alternative zu Cola und Co.?

Wasserglas in den Händen

Meine Teenie-Jahren habe ich u.a. mit dem Konsum von Cola Light verbracht 😉 Es ist doch ein Traum, vor allem wenn man auf Diät ist: es schmeckt süß, enthält dabei fast keine Kalorien! Light, schön, gesund. Nicht wahr? Wenn man aber die DGE-Ernährungspyramide betrachtet, stehen die Light-Getränke wie Cola Light ziemlich nah an der Spitze – sie werden also nicht ganz so schädlich wie gesüßte Getränke eingestuft, aber auch nicht als gesunde, wie Wasser oder ungesüßter Kräutertee und schädlicher als Kaffee. Man sollte sie eher gelegentlich trinken. Aber warum eigentlich? Sie enthalten (meistens) keinen zugesetzten Zucker, wirken also nicht kariogen, und haben keine Kalorien. Warum sollte man sie trotzdem meiden?


Erstens enthalten die Light-Limonaden Süßstoffe. Süßstoffe liefern dem Körper kaum Kalorien, da sie von uns nicht komplett abgebaut werden können. Sie sind dabei aber deutlich süßer als Zucker: so hat Aspartam eine 200fach höhere Süßkraft als Haushaltszucker! So können Süßstoffe unser Süßempfinden verändern, dass wir es deutlich süßer mögen, als es überhaupt „natürlich“ ist. Das Problem mit dem Abgewöhnen von dem süßen Geschmack bleibt also unbehandelt. Dabei haben Süßstoffe keine Wirkung auf Blutzucker und werden somit für Diabetiker empfohlen. Aber Vorsicht: Studien liefern Hinweise darauf, dass Süßstoffe sogar die Entstehung von Diabetes Typ II begünstigen können, indem sie sich in den Hormonhaushalt und Glukose-Stoffwechsel einmischen (1). Wer also schon Neigung zu Insulinresistenz und/oder Übergewicht hat, sollte Hände von Light-Getränken weglassen! Ist das nicht paradox? Süßstoffe generell und Light-Getränke wurde dafür erfunden, um mit Gewichtsabnahme zu helfen. Dabei verschlimmern sie das Problem!


Aber zumindest für die Zähne sind Süßstoffe nicht schädlich, da sie durch unsere Mundbakterien nicht abgebaut werden. Es gibt allerdings Hinweise darauf, dass sie Einfluss auf andere Bakterien in unserem Körper haben – nämlich, auf die Darmbakterien. So hat eine Studie der Weizman Universität in Israel aus dem Jahr 2014 zum ersten Mal gezeigt, dass Süßstoffe tatsächlich eine unvorteilhafte Wirkung auf die Darmflora haben und eine Glukoseintoleranz begünstigen! (2) In Human- und Tierversuchen haben die Autoren der Studie gezeigt, dass der Konsum von Süßstoffen eine „Darmdysbiose“ verursacht. Das Mikrobiom wurde so verändert, dass sich hauptsächlich Bakterien vermehrt haben, die oft mit Adipositas assoziiert werden – zumindest bei Mäusen. Auch die Lipogenese, also die Entstehung von neuen Fettzellen, wurde von den Süßstoffen begünstigt. Natürlich brauchen wir mehr Studien, vor allem mit Menschen, um genaue Mechanismen dieser Wirkungen nachzuforschen! Aber das, was wir schon wissen, spricht nicht gerade dafür, Light-Getränke, zumindest in großen Mengen oder regelmäßig, zu trinken.


Nicht vergessen: viele Light-Limonaden liefern auch Koffein! Eine 0,5L Flasche Cola Light enthält etwa 60mg Koffein – genauso viel, wie eine Tasse Espresso. Es ist also nicht für Kinder geeignet – nicht nur aus diesem Grund, sondern auch weil der Konsum von Süßstoffen (genauso wie von Stevia) für Kinder und schwangere Frauen nicht empfohlen wird.


Fazit: Light-Getränke müssen nicht komplett verbannt werden und sind gelegentlich in Ordnung, aber eben als Ausnahme! Durst sollte man stets mit Wasser stillen 😉

1. Liauchonak et al. Non-Nutritive Sweeteners and their implications on the development of metabolic syndrome. Nutrients 2019; doi:10.3390/nu11030644

2. Suez et al. Artificial sweeteners induce glucose intolerance by altering the gut microbiota. Nature 2014; doi:10.1038/nature13793

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