Kaffee in der Schwangerschaft: neue Erkenntnisse aus der Forschung

Kaffee Schwangerschaft

Darf man Kaffee in der Schwangerschaft trinken? Noch vor einigen Monaten wäre meine Antwort: ja, bis zu 2-3 Tassen Kaffee am Tag sind unbedenklich. Aber dann kam ein neuer Artikel raus, und ich habe meine Meinung geändert. Ab jetzt würde ich allen Schwangeren empfehlen, auf Decaf umzusteigen!

Dass hohe Koffeinmengen in der Schwangerschaft schädlich sind, ist schon längst klar: sie gehen mit einigen Risiken einher, wie fetaler Wachstumsverzögerung sowie niedrigem Geburtsgewicht für das Gestationsalter (small for gestational age; SGA) und erhöhter Fehlgeburtrate. Kleinere Mengen scheinen hingegen eher unbedenklich zu sein: so werden von den meisten Fachgesellschaften und Frauenärzten etwa 2 Tassen Kaffee pro Tag auch für Schwangere „erlaubt“. (Zur Info: eine Tasse Filterkaffee enthält etwa 90mg Koffein und 1 Tasse Espresso hingegen „nur“ 60mg.)

Der Autor des Artikels (s. „Quelle“) betont aber, dass Koffein auch bei niedrigem Konsum Gefahren bergen könnte und dass es keine „sichere“ Koffeinmenge in der Schwangerschaft gibt. Deswegen schlägt er vor, die heutigen Richtlinien zu überdenken und Koffein von der Liste der erlaubten Substanzen zu streichen. Koffeinkonsum wurde bereits in Studien mit einigen Risiken assoziiert, u.a.niedriges Geburtsgewicht und Fehlgeburt. Für diese Risiken hat der Autor Evidenz für den negativen, dosisabhängig Einfluss durch Koffein gefunden: je höher der Konsum, desto größer das Risiko.

Koffein gelangt über die Plazenta zum Fötus, und es wird länger erhöhten Koffeinkonzentrationen ausgesetzt. Denn der Koffein-Stoffwechsel der Mutter wird in der Schwangerschaft deutlich langsamer, als vor der SS, besonders im 3. Trimenon. Koffein stimuliert u.a. die Sekretion von Stresshormonen Adrenalin und Noradrenalin, was zur Vasokonstriktion in der Plazenta führen und als Folge den Sauerstoff-Transport zum Fötus beeinträchtigen sowie einen erhöhten Puls verursachen kann.

Für diejenigen unter uns, die Kaffee lieben, sind das natürlich keine guten Nachrichten – zumindest wenn eine Schwangerschaft geplant ist. Auf die morgendliche Tasse Kaffee zu verzichten wäre für mich wirklich schwierig! Zum Glück gibt es mittlerweile gut schmeckende entkoffeinierte Kaffeevarianten, wie NoCoffee und NoEspresso von @nocoffeede (Werbung selbstgekauft).

Habt ihr Kaffee in der Schwangerschaft getrunken? Wie steht ihr zu diesem Thema?

Quelle:
James JE. Maternal caffeine consumption and pregnancy outcomes: a narrative review with implications for advice to mothers and mothers-to-be. BMJ EBM, 2020

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