Ist Kaffee „gesund“?

Hand hält eine Kaffeetasse, die auf dem Tisch steht

Kaffee: meine Lieblingsdroge. Und ich bin nicht alleine: weltweit konsumieren es täglich viele Menschen, weil es wach und leistungsfähig macht. Kaffee enthält etwa 1000 Substanzen, doch Koffein ist wohl die bekannteste. Koffein blockiert die Adenosin-Rezeptoren im Gehirn (so kann Adenosin keine Müdigkeitssignale senden) und stimuliert das zentrale Nervensystem. Es auch hat einige Gemeinsamkeiten mit typischen Suchtmitteln: mit der Zeit entwickelt man Toleranz sowie psychische und körperliche Abhängigkeit mit Entzugserscheinungen, die bei regelmäßigem Kaffeegenuss auftreten, wenn das morgendliche Käffchen mal ausbleibt, dauern aber „nur“ 2-9 Tage(ich würde es wahrscheinlich kaum ertragen können, haha!). Wer viel Kaffee trinkt, profitiert weniger von den Effekten, allerdings leider auch weniger an Nebenwirkungen wie z.B. Ängstlichkeit.

Auch wenn Kaffee (zumindest mit Koffein) abhängig macht, sind die Zeiten, in denen es noch hieß, Kaffee sei total ungesund, längst vorbei. Die Warnung, dass Kaffee krebserregend in Bezug auf Blasenkrebs wirkt, wurde durch Studien widerlegt (s. Quellen), aber heißer Kaffee kann das Risiko von Speiseröhrenkrebs erhöhen, deswegen nicht zu heiß trinken! Es gibt viele Studien, die darauf hinweisen, dass Kaffee das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie Diabetes, Parkinson und einige Krebsarten senken kann (zusammengefasst im Buch „Der Ernährungskompass“). Doch so ganz klar ist die Studienlage nicht, denn es kann hier auch um „reverse causality“ handeln (so können Menschen, die z.B. an Herzerkrankungen leider, wahrscheinlich weniger oder keinen Kaffee trinken).

Diese positiven Effekte vom Kaffee scheinen sich auch nur auf Filterkaffee zu beziehen. Das hat damit zu tun, dass Kaffee zwei Wirkstoffe enthält, die Cafestol und Kahweol heißen (Quelle: „Der Ernährungskompass“). Diese zwei Substanzen erhöhen das LDL-Cholesterin und sorgen so für ein erhöhtes Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Deswegen sollte man andere Kaffeezubereitungen (French Press, Espresso, Mokka, aufgekochter Kaffee mit Kaffeesatz) auf maximal 1-2 Tassen pro Tag begrenzen. Und sonst so? Es scheint individuell zu sein und hängt davon ab, wie gut man Koffein verträgt: das hängt von bestimmten genetischen Polymorphsten ab. Grundsätzlich wird es nicht empfohlen, mehr als 3mg/kg Körpergewicht als Enizeldosis zu konsumieren.

Wie trinkt ihr gerne euren Kaffee?

Quellen:

https://de.wikipedia.org/wiki/Coffein

B.Kast „Der Ernährungskompass“, C.Berthelsmann Verlag, 2018

https://de.wikipedia.org/wiki/Coffein

https://www.quarks.de/gesundheit/ernaehrung/wie-gesund-ist-kaffee/

https://www.nature.com/articles/npp201071

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/15448977/

https://www.thelancet.com/journals/lanonc/article/PIIS1470-2045(16)30239-X/fulltext

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