Gesund und glücklich bis ins hohe Alter

Langes Leben Ernährung

Ich habe gerade das Buch „The Blue Zones Solution“ gelesen: da geht es um 5 Regione der Welt, wo die Anzahl sehr alten und dabei gesunden Menschen („centenarians“) sehr hoch ist. Die Wissenschaftler haben diese „Communities“ jahrelang untersucht und dabei viele „Geheimnisse“ ihrer Langlebigkeit entziffert – u.a., eine pflanzenbasierte (aber nicht komplett vegane) Ernährung, viel Bewegung in der Natur, gesunder Umgang mit Stress, innere Werte und ein starkes „Dorf“. Das hat wichtige Auswirkungen auf unser Verständnis von Langlebigkeit: Biohacking und Superfoods sind nicht alles! Davon haben die weltältesten Menschen nämlich nie gehört. Dafür legen sie jeden Tag beachtliche Strecken zu Fuß zurück statt ins Fitness-Studio zu gehen und kochen mit frischen Kräutern statt Nahrungsergänzungsmittel zu nehmen.

Klar, man könnte meinen, dass die Bewohner der „Blue Zones“ einfach nur genetische Glückspilze sind! Und ich glaube, dass Genetik da definitiv eine Rolle spielt, schließlich wurden in einer der Zones in Italien Varianten von einem Gen gefunden, die ihre Besitzer besonders langlebig machen. Aber Genetik ist bei weitem nicht alles! Unsere Lebensweise kann die Gene auch ein- und ausschalten – vor allem durch Ernährung, aber auch durch Bewegung und Stress/Entspannung.

Wie sehr der Altersprozess beeinflussbar ist, zeigte eine Studie, die vor 5 Jahren durchgeführt wurde (1): da haben die Wissenschaftler eigentlich keine besonderen Interventionen gemacht, sondern einfach nur die Teilnehmer 12 Jahre lang (bis sie etwa 40 Jahre alt waren) beobachtet und bestimmte Biomarker gemessen, u.a. Lipidwerte, Blutzucker, Blutdruck, Taillenumfang, BMI, unterschiedliche Fitness-Parameter, die mit dem Alter korrelieren. Dabei haben sie etwas Interessantes festgestellt: bei manchen Teilnehmern gab es positive Trends, was Biomarker angeht, d.h. der Körper wurde mit den Jahren quasi jünger! Bei den Anderen gab es keine Änderung oder gar eine Verschlechterung. Interessanterweise haben die Wissenschaftler auch einen Zusammenhang mit den äußerlichen Merkmalen beobachtet: die Teilnehmer, die eine positive oder neutrale (keine Änderung) Tendenz von ihren Biomarkern zeigten, wurden von unabhängigen Beobachtern als jünger eingeschätzt, als sie tatsächlich waren! Das soll natürlich nicht heißen, dass alle Menschen, die jünger aussehen, tatsächlich jünger sind, was biologisches Alter angeht, aber es scheint zumindest eine Korrelation zu geben.

In dieser Studie wurde nicht untersucht, warum manche Teilnehmer mit den Jahren „jünger“ geworden sind. Aber es zeigt – wir können Alter beeinflüssen! Es ist ein plastischer Prozess. Und mit Ernährung kann man einiges machen! Es gibt keine Diät „gegen Alter“. Aber eine gesunde Ernährung macht auf jeden Fall einen Unterschied.

(1) Belsky et al. Quantification of biological aging in young adults. Proceedings of National Academy of Sciences USA, 2015

Schreibe einen Kommentar

Weitere Blogposts

Warum Ernährungsberatung?

VIm letzten Beitrag ging es darüber, wie man eine(n) gute(n) Ernährungsberater(in) finden kann. Jetzt möchte ich auf die Frage eingehen,

mehr!