Die Carnivore-Diät: ein gefährlicher Hype

Anastasia Pyanova - Gebackener Kürbis

Es gibt viele widersprüchliche Ernährungsempfehlungen, aber eins ist sicher: man sollte mehr Pflanzen essen! Ob vegan oder Paleo – bei jeder Ernährungsform sind Pflanzen die Basis der jeweiligen Ernährungspyramide. Doch Moment mal, es gibt eine Ausnahme: der neue Hype aus den USA namens die „Carnivore Diät“.

Die Carnivore Diät ist ein komplettes Gegenteil der veganen Ernährung: man darf sich im Prinzip nur vom Fleisch und anderen tierischen Produkten ernähren! Fisch, Eier, Speck, Butter sind erlaubt, Käse und Joghurt eher in kleinen Mengen. Angeblich soll diese Ernährungsform viele chronische Erkrankungen heilen oder zumindest die Symptome lindern. Ähnlich wie bei einer ketogenen oder Paleo-Ernährung, scheinen besonders die Menschen mit autoimmunen Erkrankungen davon zu profitieren. Wie ist das möglich? Und warum sollen Pflanzen plötzlich ungesund sein?

Die Begründung der Anhänger dieser Diät ist, dass Pflanzen, vor allem Gemüse und Hülsenfrüchte, viele antinutritive Substanzen enthalten, die uns angeblich krank machen. Das Getreide enthält außerdem Gluten, was ganz böse ist, Weizen ist sowieso der Teufel. Obst ist reich an Zucker und somit auch Tabu. Mit dieser Diät kann man ganz leicht Gewicht verlieren, ohne zu hungern und dabei mehr Energie haben, so die Befürworter. An diesen Claims ist tatsächlich was dran: auf solcher Diät produziert man viele Ketonkörper, die u.a. als Energiequelle dienen, und der Blutzucker bleibt stabil. Tierische Produkte enthalten außerdem fast alle Vitamine und Mineralstoffe, die man zum Überleben braucht.

Doch da gibt es wichtige Ausnahmen: Vitamin C sowie Vitamin E und Folat nehmen wir fast ausschließlich über die Pflanzen auf! Obst und Gemüse enthalten zudem sekundäre Pflanzenstoffe und Ballaststoffe. Ballaststoffe braucht man für eine gute Verdauung und gesunde Darmflora. Sekundäre Pflanzenstoffe, u.a. die oben erwähnten antinutritive Substanzen, haben antientzündliche, krebshemmende, immunfördernde u.v.a. Wirkungen auf unseren Körper. Auch die Antinutrienten wie Phytate können in kleinen Mengen gesund sein! Und in großen Mengen kommen sie eigentlich nur in rohen Hülsenfrüchten vor – die sollte man aber nur gekocht oder gekeimt verzehren.

Die Nachteile einer karnivoren Ernährung liegen auf der Hand: man verzehrt viel zu viel Eiweiß, Cholesterin und Purine. Und, obwohl es angeblich Wunder wirkt, ist diese Ernährungsweise keinesfalls gut untersucht! Die Claims der Anhänger haben somit keinerlei wissenschaftliche Hintergründe. Die neusten Erkenntnisse aus der Paläontologie zeigen, dass auch die Steinzeitmenschen sich nicht nur vom Fleisch ernährt haben, wie oft behauptet wird, sondern eine vorwiegend pflanzliche Kost zu sich genommen haben. Und unabhängig davon, wie man sich früher ernährt hat, gibt es unzählige Studien aus unserer Zeit, die ganz eindeutig zeigen: eine pflanzenbetonte Kost ist extrem gesund für uns Menschen.

Die Carnivore Diät mag kurzfristig Vorteile bieten, wenn man sich davor extrem ungesund, mit viel Zucker und Fast Food ernährt hat. Aber sie ist keinesfalls als eine langfristige Ernährungsweise geeignet! Auch wenn man nicht auf Fleisch verzichten möchte, sollte eine gesunde Kost zu etwa 80% aus pflanzlichen Lebensmitteln bestehen.

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